Hallo endlich mal wieder!
So wenig wie sich auf meinem Blog tut, könnte man meinen, das Sommerloch macht sich breit. Aber nein, grade das Gegenteil ist der Fall. Ich ich werkle und rödle und mache und tue... und komme darüber fast zu nix anderem.
Dabei hab ich wirklich einiges geschafft in der letzten Zeit.
Allerdings jede Menge Genähtes - gar nix Gestempeltes.
Zuerst gings los mit dem historischen Stadtfest. Da war für die Standbesetzung historische Gewandung Pflicht. Da wir uns für Mittelalter entschieden hatten, musste ich mir irgendwas nähen, was annähernd mittelalterlich wirkt, mit dem man am Stand gut arbeiten kann und das obendrein auch nicht allzu gut wärmt. Ganz schön schwierig - fand ich. Nachdem ich jede Menge mittelalterlicher Seiten und Infos durchgelesen und zig Schnitte für mittelalterliche Gewänder gesichtet hatte, und feststellen musste, dass die echteren mittelalterlichen Gewänder alle ziemlich dick und umfangreich sind, hab ich mich dann für so ne Art 'Zwitterlösung' entschieden.
Ich habe mir einen Unterrock genäht, darüber eine Art Schürzenrock und ein Top zum Drüberziehen.
Da meine Nähmaschine im Endspurt dann noch etwas rumgesponnen hat, hab ich drauf verzichtet, auch noch das geplante Hemdchen zu nähen, sondern hab einfach einem weißen T-Shirt mit Schwarztee etwas Leinenoptik verpasst.
Ja, und das ist dabei herausgekommen:

Top und Tee-Shirt

Unterrock und Schürzenrock.
Auf den Kopf noch ein Kopftuch an, den Füßen Ledersandalen (von ganz hinten ausm Schrank) - und irgendwie hat es ganz gut gepasst. Mal sehen, ob ich auch noch ein Foto auftreibe, wie ich das Zeugs auch anhabe. Würde mich nämlich auch mal interessieren, wie das an der Frau ausgesehen hat.
Ja, und bei dieser Aktion hab ich nebenbei noch jeeeeede Menge technischer Details meiner Nähmaschine kennengelernt!
Wisst ihr zum Beispiel, in wieviel Einzelteile man das Spulengehäuse zerlegen kann?
Wusstet ihr, dass auch die Spulenkaspel beim Nähen einfach mal so locker flockig in ihre Einzelteile zerfällt, sich aber mit einiger Mühe dann doch wieder zusammenpfriemeln lässt?
Ich weiß das jetzt alles, jawoll!
Und nachdem ich dann mit meiner Nähmaschine schon so gut auf Du und Du war, hab ich gleich weitergerattert und mein Wahnsinnsprojekt verwirklicht: Einen Bändervorhang für meine Balkontür.
Eigentlich wollte ich mir zu Beginn der Freiluftsaison einen kaufen und ich dachte auch nicht, dass sich das zu einem größeren Problem auswachsen könnte. Aber irgendwie scheinen die Dinger zurzeit aus der Mode gekommen zu sein. Ich habe jedenfalls etliche Bau- und Gartenmärkte vergeblich durchforstet. Es gab höchstens Muschel- oder Perlenvorhänge, aber die sind ja mehr für innendrinn. Endlich, endlich, beim letzten Anlauf wurde ich fündig. Es gab tatsächlich ein einziges Modell. Und das bestand aus hauchdünnen, total verkrumpelten Plastikstreifen in der ansprechenden Farbkombi pink-gelb....
Urgs, da musste ich erstmal ne Nacht drüber schlafen. Zwei Tage später hab ich mir das Teil nochmal angeschaut, aber es war noch genauso hässlich und verkrumpelt.
Und so kam mir die verrückte Idee, aus Stoffresten selbst einen Bändervorhang zu nähen.
Nachdem ich die ersten beiden Bänder genäht hatte, hab ich mir überlegt, dass der hässliche käufliche Bändervorhang vielleicht doch nicht ganz so hässlich sein könnte - so verglichen mit der Sauarbeit von 2,15 m langen Nähten pro Band und jeder Menge Anstückelei...
Aber auch beim dritten Mal Anschauen gefiel er mir keinen Deut besser und ich hab lieber weitergenäht.

Und das ist das fertige Prachtstück! 19 Bänder, jede Naht 2,15 m, alle doppelt und fein säuberlich verstürzt! Irgendwie bin in ein wenig stolz drauf.

Hier nochmal von innen rausgeknipst.
Und nun darf sich meine Nähmaschine erstmal wieder etwas erholen und ich werde mal sehen, ob sich meine Stempel noch an mich erinnern!